Artikel vom: 28.07.2026
Der Anteil der Beschäftigten, die innerhalb eines Jahres ihren Beruf wechselten, ist zwischen 2013 und 2024 deutlich gestiegen. Das zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
2013 übten lediglich 12 Prozent der Frauen und 13 Prozent der Männer einen anderen Beruf aus als im Vorjahr. 2024 lag die berufliche Mobilität bei Männern 16 Prozent über dem Niveau von 2013, bei Frauen 10 Prozent höher. Für Männer lag die Mobilität in Berufen mit niedrigen Medianlöhnen am höchsten, sank jedoch mit steigendem Lohnniveau. Frauen hingegen wechselten vor allem im mittleren Lohnsegment häufiger den Beruf als Männer.
Ein möglicher Grund dafür sei, dass Frauen in diesem Lohnniveau aufgrund von Mutterschaft häufiger in eine Teilzeitbeschäftigung wechseln, so das IAB. In Berufen mit niedrigen sowie hohen Medianlöhnen lag ihre berufliche Mobilität deutlich geringer.
Strukturwandel verändert Nachfrage nach Arbeitskräften
Die Corona-Pandemie bremste den Anstieg der beruflichen Mobilität vorübergehend aus. 2023 wurde dann der Höchststand erreicht, bevor 2024 wieder ein Rückgang einsetzte. Eine Zunahme zeigte sich in den Jahren, in denen die Arbeitskräftenachfrage konjunkturbedingt besonders stark anstieg. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten hingegen ging die berufliche Mobilität zurück.
Aussicht auf bessere Chancen als Motivation
Dies legt nahe, dass Beschäftigte Chancen in neuen Berufen dann nutzen, wenn viele solcher neuen Jobs geschaffen werden, weil die Beschäftigung steigt. Die Aussicht auf bessere Beschäftigungs- und Verdienstchancen in einem anderen Beruf spielt für einen Berufswechsel demnach eine größere Rolle als schwindende Beschäftigungschancen im alten Job.
"Durch den Strukturwandel verändert sich die Nachfrage nach Arbeitskräften. Wer in einen Beruf wechselt, der gerade stark nachgefragt ist, kann damit häufig auch seine Verdienstchancen verbessern", so IAB-Forscherin Mara Buhmann. Berufliche Mobilität sei damit ein wichtiger Ausgleichsmechanismus.
(IAB / STB Web)